Nicht erst seit Beginn der Wirtschaftskrise sind die Auflagen rückläufig. Daher wird seit Jahren nach neuen Möglichkeiten gesucht, Drucksachen effizienter herzustellen. Gleichzeitig wächst das Interesse an individualisierten Drucksachen – zumindest international betrachtet, denn die deutschsprachigen Regionen hinken diesem Trend etwas hinterher.
Fujifilm ist davon überzeugt, dass die zur drupa 2008 als Technologiestudie vorgestellte Jet Press 720 diese Anforderungen abdeckt und das Drucksachen-Geschäft mit Kleinauflagen revolutionieren wird. Auf der Ipex 2010 vom 18. bis 25. Mai in Birmingham stellte Fujifilm die aktuelle Version des Inkjet-Bogendrucksytems für das B2-Format in Live-Demonstrationen vor. Seit der ersten Präsentation der Maschine zur drupa 2008 in Düsseldorf wurde die Entwicklung der Maschine weiter forciert und erste Praxistests bei Kunden sind viel versprechend, wie Keith Dalton, Director von Fujifilm Graphic Systems in uK, bereits im Vorfeld der Ipex 2010 betonte.
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Digitaldruck auf neuem Niveau
Die Druckmaschine könnte in der Tat vor allem für Akzidenz- und Digitaldrucker eine interessante Lösung sein, da die Jet Press 720 aufgrund des Formates eine Ausweitung des Portfolios verspricht und alle Vorteile des Digitaldrucks auf einem neuen Niveau ausschöpft. Dies bewies Fujifilm auf der Ipex mit täglich fünf Live-Demonstrationen. Damit wurde für die Besucher des Fujifilm-Stands auch deutlich, dass die Maschine selbst unter »widrigen« Messe-Bedingungen beeindruckende Druckmuster ablieferte. Die Jet Press 720 erzielt durch die Kombination verschiedener Technologien ein im Digitaldruck bislang unerreichtes Qualitätsniveau. Dazu nutzt die Jet Press die Samba-Druckkopftechnologie der Fujifilm-Tochter Dimatix, die für den Single-Pass- Inkjetdruck entwickelt wurde. Diese piezoelektrische Präzisionstechnologie erreicht Auflösungen von 1.200 dpi x 1.200 dpi bei vier Graustufen – ein überzeugendes Leistungsmerkmal. Zudem hat Fujifilm auf Basis des Know-hows mit chemischen Verfahren wasserbasierte Tinten entwickelt, die nicht ausbluten und Bilder hoher Qualität ermöglichen. |
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Dies werde von den Fujifilm-Technologien »Anti-Curling« und »Rapid Co-agulation Ink« unterstützt, die ein Wellen des Papiers verhindern und den Punktzuwachs kontrollieren, erläutert Hideaki Kawai, Manager für die Produktionsplanung der Digitaldruck-Systeme bei Fujifilm in Tokio. Auch die Wiederholgenauigkeit von Bogen zu Bogen sieht er gewährleistet. Diese Präzision verdanke die Jet Press 720 der Papierführung: das Material in Stärken von 100 g/m2 bis 300 g/m2 wird wie im Offsetdruck geführt, ein Sensor erfasst jeden Bogen und ein Regelsystem nimmt in Echtzeit eventuell erforderliche Anpassungen vor. Die Basis des Systems ist also vergleichbar mit der einer Bogendruckmaschine mit Anleger und einer Papierkapazität von 800 mm Höhe sowie Auslage für einen 600 mm hohen Stapel. Das Papier wird jedoch statt durch vier Drucktürme nur über einen Zylinder zu den Inkjet-Druckköpfen geführt und danach direkt einem Trockensystem übergeben. |
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Die Basis der Jet Press 720 von Fujifilm ist vergleichbar mit der einer Bogenoffsetmaschine mit Anleger und Auslage. Das Papier wird jedoch statt durch vier Drucktürme nur über einen Zylinder zu den Inkjet- Druckköpfen geführt und danach direkt einem Trocknungssystem übergeben. Dabei sind die Ausmaße der Maschine mit 7,30 m Länge und 2,70 m Breite durchaus im platzsparenden Bereich.
Die Druckgeschwindigkeit liegt bei etwa 180 A4-Bogen pro Minute oder 2.700 Bogen im B2-Format pro Stunde. Schätzungen von Fujifilm zufolge wird die Jet Press 720 bei Druckauflagen unter 2.000 Bogen gegenüber dem Offsetdruck wettbewerbsfähig sein, zumal die Produktivität des Druck- und Weiterverarbeitungsprozesses durch die unmittelbar nach der Bebilderung folgende Trocknung erhöht wird. |
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Als B2-Maschine mit einem maximalen Bogenformat von 750 mm x 530 mm und einem bedruckbaren Bereich von 720 mm x 520 mm fügt sie sich in den Drucksaal jeder Bogenoffsetdruckerei ein, ohne dass im Hinblick auf die Papierhandhabung und die Weiterverarbeitung Veränderungen erforderlich sind. Bei der Maschine kann herkömmliches gestrichenes Papier im B2-Format verwendet werden – spezielles Papier ist nicht nötig. Entsprechend können Druckereien vorhandene Papierqualitäten verwenden.
Die Vorteile des Digitaldrucks nutzen
Allerdings, und das unterscheidet die Jet Press 720 von einer herkömmlichen Bogenoffsetmaschine, können variable Daten gedruckt werden. Damit kann der entscheidende Vorteil des Digitaldrucks – die Individualisierung – ausgereizt werden. Und wie bei allen anderen Digitaldrucksystemen auch, entfällt die Herstellung von Druckplatten, die Anfahrmakulatur ist gleich Null und zudem fallen Drucksaal-Chemikalien weg, die im Offsetdruck typischerweise erforderlich sind. Die Jet Press |
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benötigt über die wasserbasierten Tinten hinaus lediglich zwei Verbrauchsmaterialien: Ein Waschmittel für die Druckköpfe und eine Lösung für die Vorbeschichtung des Papiers vor dem Druck, die als Teil des Druckprozesses in die Maschine integriert ist. Nach internen Berechnungen von Fujifilm wird sich die CO2-Bilanz der Jet Press 720 im Vergleich zu einer entsprechenden Vierfarb-Bogenoffsetdruckmaschine um etwa 25 % günstiger darstellen (die geringsten Werte erzielt die Jet Press 720 bei einer Druckgeschwindigkeit von 1.000 Bg/h.). Zu dem haben frühzeitig durchgeführte Studien bei Fujifilm gezeigt, dass das bedruckte Papier recyclingfähig ist, was durch externe Prüfungen inzwischen erfolgreich qualifiziert wurde. |
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Vorläufige Spezifikationen der Fujifilm Jet Press 720
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Produktivität |
2.700 B2-Bogen/Stunde |
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Auflösung |
1.200 dpi x 1.200 dpi, vier variable Tröpfchengrößen (minimum: 2 Picoliter) |
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Papierformat |
542 mm x 382 mm (minimal), 750 mm x 530 mm (maximal) |
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Druckbereich |
720 mm x 520 mm |
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Papiergewicht |
100 g/m2 - 300 g/m2 |
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Anlagestapel |
800 mm (max. Höhe) |
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Ausgabestapel |
600 mm (max. Höhe) |
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Unterstützung variabler Daten |
ja |
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Ansteuerung |
Fujifilm Workflow XmF |
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Abmessungen |
2,7 m (T) x 7, 3 m (l) x 2,0 m (H) |
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| Diese Spezifikationen sind vorläufig und können daher ohne vorherige Ankündigung geändert werden. |
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Unglaubliche Ergebnisse beim Deinking
Die Deinking-Testreihen mit Ausdrucken der Fujifilm Jet Press 720 wurden von der Ingede durchgeführt und zeigen bisher unerreichte Ergebnisse im Inkjetdruck. Ingede ist die Internationale Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik, die 1989 von führenden europäischen Papierfabriken gegründet wurde. Fujifilm und die Ingede werten die Ergebnisse als einen Meilenstein beim Recyc ling-Vorgang, Farben vom Trägermaterial zu entfernen. Axel Fischer von der Forschungsgemeinschaft erläutert die Ergebnisse: »Wir führen diese Art von Versuchen regelmäßig durch. Dennoch waren wir über den Grad des Deinkings bei Druckmustern der Jet Press 720 sehr erstaunt. Diese Ergebnisse sind mit denen von Off setdrucken vergleichbar – im Ink jetdruck haben wir so etwas zuvor noch nicht gesehen.«
Deinking-Tests nach der so genannten Ingedemethode 11 wurden ebenfalls vom Papierhersteller uPm durchgeführt und erhielten dabei überwiegend hohe Punktzahlen, was auch hier das gute Deinking- Verhalten derJjet-Press-720-Tinten bestätigte. Alle Qualitätsanforderungen wurden erfüllt. Dabei erreichten vier der sechs Parameter sogar 100 Prozent. |
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Der bei Fujifilm für die Maschine zuständige Manager Hideaki Kawai weiß auch, warum diese »Traumwerte« erzielt werden konnten: »Alle Komponenten der Jet Press 720 wurden so entwickelt, dass sie eine hohe Wirtschaftlichkeit bieten und zudem ökologische Eigenschaften besitzen – und das Deinking-Verhalten der Drucke gehört ganz entscheidend mit dazu. Wir waren im Vorfeld der Untersuchungen fest davon überzeugt, dass die Jet Press 720 positive Ergebnisse bei den Testverfahren erzielen wird. Die Versuchsreihen des Ingede-Instituts haben unsere Annahmen bestätigt, dass die Jet Press 720 beispielhaft umweltfreundliche Leistungen bietet.«
Gute Ökobilanz
Zusätzlich zum guten Deinking-Verhalten von Drucken der Jet Press 720 bietet die B2-Maschine eine Vielzahl für den Umweltschutz relevanter Merkmale. Dazu gehört einmal das Reduzieren von Makulatur beim Einrichten eines Auftrags. Im traditionellen Bogendruck machen die benötigten Vorlaufbogen teilweise bis zu 25 % der gesamten Auflage aus. Auch die für den Offsetdruck typischen Wasch und Hilfsmittel, zum Beispiel gesundheitsschädliche flüchtige Lösemittel oder Sprays, werden bei der Jet Press 720
nicht benötigt. Zusätzlich entfällt der kontinuierliche Bedarf an Feuchtwasser.
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Herzstück der Jet Press 720 ist die Samba- Druckkopf-Technologie der Fujifilm-Tochter Dimatix, die für den Single-Pass-Inkjetdruck entwickelt wurde.
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Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Jet Press 720 durchaus das Zeug zum Erfolg hat. Das Interesse der Druckereien an der Maschine ist jedenfalls entsprechend hoch. |
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